Plejades


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Solitaire


Seit Jahrhunderten leben Menschen auf Reno, der Drehscheibe für Handel und Verkehr zwischen den neuen Welten jenseits des irdischen Sonnensystems. Die Wohlstandsgesellschaft von Reno ist satt.  Traumkristalle mit ihren virtuellen Realitäten sind die Modedroge des Jahrhunderts,
Mordhundfell und Videos von der Jagd in den Savannen von Solitaire der ultimative Kick.

Gabriel Fairchild geht auf die Jagd nach den Jägern - und findet seine Wurzeln.
 



 
Eins: Informationszentrum, Reno 28.05.'69 20:30 

Die Schreie enden in einem Gurgeln, als die Mordhunde ihrem Opfer die Kehle durchbeissen. Trotzdem wehrt sich der Sterbende noch immer verzweifelt. Er bäumt sich unter den Tieren auf, schlägt um sich, bis sie ihm den Leib aufbrechen. Dabei entweicht den kollabierenden Lungen ein letztes, winselndes Stöhnen. Ein Hund beutelt das noch immer pumpende Herz. 
 

»Wollen Sie den Rest sehen?« 
 

»Nein, wozu?« 
 

Eine Handbewegung, und das Video rieselt wie Konfetti vom Fenster. Draussen in der Kaverne fällt Nacht ein. Dunkelheit senkt sich aus der Felsendecke, eine Lichtreihe nach der anderen wird heruntergedimmt. Auf der Plaza haben sich bereits die ersten Schaulustigen eingefunden. Bald werden die Wasserspiele beginnen. Aber die beiden Männer zehn Meter über der Eingangebene schenken der Szene nur wenig Beachtung. Bis ein hochgewachsener, elegant gekleideter Mann unter ihnen eilig den Platz überquert. 
 

»Ist er das?« 
 

»Was wundert Sie? Ach - hatten Sie gedacht, man sieht es ihm an? Guter Gott, natürlich nicht!« 
 

»Nun, er ist wirklich sehr attraktiv.« 
 

»Ja. Man würde es nicht glauben. Sein - äh - Talent ist natürlich nur intern bekannt.« 
 

»Das will ich hoffen. Wir brauchen Resultate.« 
 

»Nanu? Dass dieser Ingenieur der Mekong von Solitaire zurückgekehrt ist, muss die Zugriffsrate auf die Server von WorldWide doch gewaltig gesteigert haben?« 
 

»Die Sache hat nur einen kleinen Haken LaPlata. Es wird kein Interview mit Charlie Bravo geben. Die Flotte hält ihn nach wie vor unter Zeugenschutz. Obwohl er der Einzige ist, der die Savanne überlebt hat.« 
 

»Und Kontakt mit den Jägern hatte.Halten Sie er wirklich für gut, Charlie Bravos Aussage zu veröffentlichen? Oder die Fairchilds, wenn er zurückkommt?« 
 

»Richtig. Wenn er zurückkommt. Dass sein Auftrag ein Himmelfahrtskommando ist, weiss ich so gut wie Sie. Aber wenigstens wäre es um Ihren Wunderknaben nicht sonderlich schade.« 
 

»So betrachtet nicht. Es hätte sogar den Vorteil, dass es keine offizielle Verbindung zwischen ihm und uns gibt. Wenn es schief geht, ist er nicht mehr als ein Privatunternehmer, der zufällig in diese Sache verwickelt worden ist.« 
 

»Mir ist zwar nicht ganz wohl dabei. Aber wir haben vermutlich keine Wahl. Trägt er eigentlich immer Designer-Klamotten? Ein elegantes Monster!« 
 

»Lassen Sie ihn das nicht hören! Kommen Sie, ziehen wir uns lieber von der Galerie zurück. Bevor er aufmerksam wird.« 
 

»Aber - er kann unser Gespräch im Lärm der Eingangshalle doch unmöglich verstehen!« 
 

»Das weiss man bei ihm nie.« 
 


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