Sterne wie Staub 35. Honey Winters Tagebuch: The Green Hills Of Home

Tagebuch: Eintrag vom 31.07. 2389:  23:45

Ich hatte heute abend mehrere, höchst interessante Unterhaltungen. Zum einen ist es nämlich so, dass das Panoramadeck und somit die Brücke ab 20:00 Bordzeit bis Mitternacht für die Männer in den Crews off limit sind. Ausgerechnet Vermillion O'Toole, selbst alles andere als prüde, sagte:

»Weisst du, man kann dabei einfach keine Kerle gebrauchen. Die Kostüme müssen sitzen. Folglich werden sie jeder Tänzerin oder Beauty auf die Haut geschneidert. Und wenn man so gut wie völlig nackt mitten im Raum steht, drei Frauen basteln an deinem Körper herum und gleichzeitig fallen einem Mann fast die Augen aus dem Kopf, nur weil er gerade vorbeigeht - also nee!«

Cleo und ich verkniffen uns jede Bemerkung. Wie schon gesagt, Vermillion ist sonst nicht zimperlich oder geizig mit ihren Reizen. Aber sie hatte natürlich Recht. Jeder Mann mehr auf der Brücke wäre einer zu viel gewesen. Das meine ich jetzt geschlechtsunabhängig, sozusagen von der Funktion her betrachtet. Ausserhalb des Hufeisens der Flugkontrollen kann man sich kaum noch umdrehen.

Die Rainbows haben ihre gesamte Schneiderei auf das oberste Deck geschafft. Bei uns auf der Brücke sieht es aus, wie im Stoffladen. Und ein sehr exquisiter dazu, muss ich sagen, nur vom Feinsten. Was jedoch nicht heisst, dass die fertigen Kostüme in irgend einer Weise geeignet wären, dass frau sie tatsächlich trägt.

Es gibt eigentlich nur zwei Varianten:

Nr.1 besteht aus Farbe und Nichts, vielleicht noch ein paar Federn. Und wüsste ich es nicht besser, ich würde sagen, die Frauen sind vollkommen nackt. Tatsächlich ist aber jedes dieser Kostümvariante am besten mit einem Ganzkörperkondom zu vergleichen. Mit anderen Worten - sitzt wie eine zweite Haut.

Oder wie Nana, eine der Beauties sagte: »Man schwitzt, aber man trägt sich nicht zu Tode.«

Nr.2 - das genaue Gegenteil. Ohne Korsett, Reifen und Stäbe geht bei dieser Form der Kleidung gar nichts. Tante Leila legte mir ein fertiges Kostüm mal kurz in den Schoss. Müsste ich es wirklich tragen, ich glaube, ich ginge in die Knie. Es war, als pflanze sich mir ein fetter Kater auf den Bauch. Nur leider nicht so kuschelig und weich.

Aber auch diese Kleider kann nur die Frau tragen, für die sie gemacht wurden.

»Jedes Show-Girl hat seine spezielle Farbe«, erläuterte Vermillion, »schon das hilft, Verwechslungen zu vermeiden.«

»Und wenn sie zunehmen?« fragte Cleo, die wie immer alles von der praktischen Seite sah.

Vermillion rollte mit den Augen. »Um Himmels Willen!«
 

- Fortsetzung folgt -
 

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