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Plejades - Honey Winters Tagebuch
Die Menschheit hat längst den Weg zu den Sternen gefunden. Neue Welten sind besiedelt, aber Wirtschaft und Verkehr zwischen der Erde und ihren Kolonien im All liegen ausschliesslich in den Händen weniger irdischer Grosskonzerne. Natürlich mangelt es nicht an Versuchen, im Outback der Galaxie unabhängige Gemeinschaften aufzubauen. Doch wer seine Produkte auf dem lukrativen irdischen Markt bringen will, bekommt Probleme ...
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Die Griechen:
»Alles, was anfällt« Und das ist wirklich nicht übertrieben. Als ich hier ankam, ging mir gleich in der ersten Woche der Hauscomputer hopps. Totaler Systemabsturz, die Küche blockiert, zum Glück funktionierte wenigstens noch das Klo. Silver, ich muß es eigentlich nicht extra erwähnen, war nicht da. Das ist sie, wenn es Probleme gibt, nämlich nie. Sie muss ein besonderes Talent dafür in die Wiege gelegt bekommen haben, rechtzeitig unauffindbar zu sein. Schwierigkeiten und Silver ziehen sich nämlich gegenseitig an. Aber ausbaden darf die Sosse in aller Regel ich. So auch damals. Ich kannte auf Plejades noch keinen Menschen, fühlte mich etwas im Exil, und mit den Tücken des Alltags war ich auch nicht sonderlich vertraut. Genauer gesagt: ich war überhaupt nicht darauf vorbereitet, dass ein Haus den Dienst verweigert. Computer stürzen normalerweise nicht ab. Und wenn mir das zu Hause, auf der Erde, wirklich passiert wäre, hätte ich das nächste Service-Center informiert. Und das wäre es dann gewesen. Aber das erste, das ich hier lernte, war, dass es auf Plejades kein Service-Center gab. Es gab das Stadtnetz und die webmaster. Sie waren sehr hilfsbereit. »Hol' doch einfach einen Griechen!« war alles, was ich dort erfuhr. Griechen! Damit konnte ich nun gar nichts anfangen. Und der webmaster vom Dienst - damals gerade ein gewisser Margrat - konnte nicht verstehen, warum ich nicht verstand. Aber wir klärten das. Margrat rief für mich bei Ari(stoteles) Patras an und keine Viertelstunde später stand vor mir ein grinsender junger Mann, die riesigste und zerbeulteste Werkzeugkiste unter einem Arm, die ich je gesehen hatte. Er setzte sie ab, schüttelte mir so kräftig die Hand, dass ich anschliessend heimlich meine Finger zählte und sagte fröhlich: »Na, du bist ja wohl die Neue. Freut mich, dich kennen zu lernen. Cleo wird sich ärgern. dass ich dich zuerst gesehen habe. Du kannst Telly zu mir sagen. Wo ist denn nun dein Sorgenkind?« Telly - mit vollem Namen Telemachos Patras (Originalzitat: Nenn mich blos nie Macho!), hatte den Fehler bald gefunden. Werkzeuge brauchte er dazu keine. Irgend jemand - ich hatte so meine Vermutung wer - war es leid geworden, Silvers umfangreiche Kochrezepte-Sammlung jedesmal über das Küchen-Menue öffnen zu müssen und hatte sie deshalb sämtlichen Haussteuerungen vorangestellt. »Ein Haus ist ein bisschen mehr als eine Küche«, sagte Telly entschuldigend, »wenn du nichts dagegen hast, ändere ich die Prioritäten in deinem System wieder in etwa in die ursprüngliche Konfiguration. Wir können das so lösen, dass der Eröffnungsbildschirm in allen Zimmern das Hauptverzeichnis der Rezepte zeigt. Im Hintergrund läuft dann die Haussteuerung unabhängig weiter und du kannst sie aufrufen, wenn du sie brauchst. Meinst du, damit kommst du zurecht, Honey?« Ich sagte aufgebracht:»Ich heisse nicht Honey.« Was konnte ich dafür, dass die Sonne von Plejades mein Haar innerhalb weniger Tage von Aschblond zu Honig verbleicht hatte? Und warum war ich wieder einmal diejenige, die den Kopf für einen von Silvers Einfällen hinhalten musste, weil die Urheberin rechtzeitig abgetaucht war? Nur - das Telly zu erklären, hätte mir nichts gebracht. Jedenfalls nicht, so lange er Silver nicht gründlich kannte. Ich hatte auf diesem Gebiet Erfahrung. Und natürlich hatte er geplaudert. Als ich am nächsten Tag Cleomene Patras kennenlernte, Ingenieurin in der Crew des Alten, war sie über mein besonderes Verständnis von System-Hierarchien bereits voll im Bild. Sie sah mir auf die Finger. Überflüssig zu sagen, dass ich den Namen Honey nie mehr loswurde.
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